Institut für Kommunikationsgeschichte
und angewandte Kulturwissenschaften

Freie Universität Berlin

Bertolt Brecht in New York, Foto: Ruth Berlau, Bertolt-Brecht-Archiv

Projekte

Briefe an Bertolt Brecht im Exil, 1933-1949

Hrsg. von Hermann Haarmann und Christoph Hesse,
Berlin: De Gruyter 2014

Die auf 3 Bände ausgelegte Briefedition versammelt jene Briefe, die Bertolt Brecht während der Zeit seines Exils (1933-1949) erhielt. Es handelt sich um Initial- und Antwortbriefe, die Auskunft geben über die private Befindlichkeit wie historische Lage des jeweiligen Schreibers. Sie dokumentieren Brechts Beziehungen zu Freunden, Genossen, Geschäftspartner, aber auch zu den Geliebten und lassen sich lesen als beredte Zeugnisse einer Epoche, die gekennzeichnet ist durch Vertreibung, politische Verfolgung und künstlerisches wie persönliches Scheitern oder Durchhaltevermögen. Die Briefe decken die verschiedenen Stationen ab, die Brecht seit seiner Flucht aus Nazi-Deutschland durchläuft, bis er endlich 1949 wieder nach Deutschland zurückkehren kann.

Forschungsprojekt mit Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung, der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, der Hans Wall AG, der Stiftung Preußische Seehandlung und der Freien Universität Berlin.

 

Band 1

versammelt Briefe von 1933 bis 1936, die Brecht nach seiner Flucht aus Deutschland geschrieben werden und die ihn, auf der Suche nach einem längeren Exil, in der Tschechoslowakei (Prag), der Schweiz (z.B. Lugano, Carona) und Frankreich (Sanary sur Mer, Paris) erreichen, ehe er dann im Sommer 1933 nach Dänemark (Svendborg) übersiedelt. Unter den Briefeschreibern sind u.a. Sergej Tretjakow, Bernard von Brentano, Margarete Steffin, Willi Münzenberg, Wieland Herzfeld, Hanns Eisler, George Grosz, Lion Feuchtwanger und Walter Benjamin.

Band 2

präsentiert Briefe aus den Jahren 1937 bis 1945. Brecht verläßt 1939 Dänemark und geht nach Schweden. 1940 folgt als nächste Exilstation Finnland, das er 1941 schon wieder hinter sich lassen muß. Über Moskau und Wladiwostok exiliert er Mitte des Jahres in die USA. Brecht läßt sich in Santa Monica nieder. Auf der Liste der Briefeschreiber finden sich u.a. folgende Namen: Slatan Dudow, Wieland Herzfeld, Erwin Piscator, Johannes R. Becher, Elisabeth Hauptmann, Fritz Erpenbeck, Karl Korsch, Hubertus Prinz zu Löwenstein, Michail Apletin, Eric Bentley, Herbert Ihering und Peter Suhrkamp.

Band 3

Die hier abgedruckten Briefe (1946-1949) dokumentieren die Wiederaufnahme alter Beziehungen zur alten Heimat und die Kontaktaufnahme von neuen Freunden und Theaterleuten, interessierte Verleger nicht zu vergessen, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Brechts amerikanische Freunde und Partner bemühen sich um Brecht, obwohl seine Rückkehr nach Deutschland in der Luft liegt. Dort verlangt man dringend nach ihm und seinem Theater. Nach der Vorladung vor das House Committee on Un-American Activities verläßt Brecht Amerika fluchtartig 1947. In Zürich wartet er auf seine Heimkunft nach Berlin.
Es schreiben ihm u.a. Elisabeth Hauptmann, Curt Riess Verlag, Walter Brecht, Harry Buckwitz, Leopold Lindtberg, Caspar Neher, William Dieterle, Paul Dessau, Joseph Losey, Wolfgang Langhoff, Günther Weisenborn, Kurt Desch Verlag, Jacob Geis, Bertold Viertel und Marieluise Fleißer.

 

Zur Veröffentlichung der Bände fand im Dezember 2014 eine Lesung in der Akademie der Künste, Berlin, statt. Einen Bericht und Photos finden Sie [hier].

 

Hermann Haarmann, Christoph Hesse